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Über den Foscagno zum Stilfser Joch
Livigno lassen wir schnell hinter uns. Der Ort ist überlaufen, da hier zollfrei eingekauft werden
kann. Busse, Wohnmobile und viele Autos zwängen sich durch den kleinen Ort und machen ein Fortkommen nicht einfach.
Beinahe hätten wir die Abzweigung zum Foscagno übersehen, schrauben uns dann aber am
südlichen Hang des Tales Kehre für Kehre den Berg hinauf. Die Sonne steht inzwischen im Süden, also genau vor uns. Die Schlagschatten der Berge schaffen ein fast unwirkliches Bild, als
wir auf dem Passo di Foscagno die nächste italienische Grenzstation erreichen.
Hier wird der ausgehende Verkehr nach Italien
genau unter die Lupe genommen. Ein Stau ist daher unvermeidlich und die Grenzer achten sorgfältig auf die Motorradfahrer, die versuchen sich links an der wartenden Schlange vorbei zu
mogeln. Solche Kandidaten werden dann ausgiebig geprüft und belehrt.
Die Südseite des Passes zeigt wieder eine exzellente Strasse, die sich in sanften Kehren, durch
kleine italienische Bergdörfer in Richtung Bormio schlängelt. Es wird wärmer. Da wir jedoch dieses Tal zügig durchqueren und dann auf das Stilfser Joch zusteuern, sehen wir von einer
Bekleidungserleichterung ab.
Kurz vor Bormio ist es dann geschafft. Der Einstieg zum Stilfser Joch ist erreicht. Über sehr enge
Kehren windet sich die Strasse, teilweise durch einspurige feuchte Felstunnel hinauf zum Joch. Ein Hochtal in 2.300m wird erreicht, und wir glauben schon das Joch erreicht zu haben. Weit
gefehlt. Vorbei am Abzweig zum Umbrail Pass und der schweizerischen Grenzstation geht es weiter aufwärts.
Oben angekommen erwartet uns eine Überraschung. Der Pass ist überfüllt mit Motorradfahrern
aus allen Ländern, die durch das schöne Wetter angelockt wurden. Die Sonne brennt bei einer Aussentemperatur von 18°C auf uns nieder und trotz Schutzfaktor 12 holen wir uns alle innerhalb
von einer Stunde einen Sonnenbrand.
Über Umbrail- und Ofen-Pass zurück ins Oberengadin
Nach dem Genuss einer typischen Stilfser Bratwurst mit Kraut und Fladenbrot für SFR 9,- machen
wir uns gegen 13:00 auf den Rückweg. Wie bereits erwähnt, befindet sich der Abzweig zum Umbrail Pass ein kleines Stück des Weges zurück am Ende des Hochplateaus.
Ohne auch nur einen schweizerischen Zöllner zu Gesicht zu bekommen, rollen wir über den
Grenzübergang und tauchen in das Tal Val Muraunza ein, welches uns über Santa Maria in den Schweizer Nationalpark zum Ofenpass führen wird.
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