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Endlich, der Grand San Bernard
Auf halber Paßhöhe fanden wir ein
passendes Hotel ,welches den wohlklingenden Namen Hôtel du Grand San Bernard trug. Wir waren in der französischen Schweiz angelangt. Es folgte das übliche opulente Mal, der Wettercheck via Internet,
einige Bier, viel Benzingerede und eine gute Zigarre. Dann ging es ab ins Bett.
Um die Handschuhe wieder trocken zu bekommen, nahmen wir die Schirme der
Nachtischlampen ab und stülpten die Handschuhe über die Birne. Klappte prima. Es dampfte zwar ein wenig, doch der Trockenvorgang war enorm. Keine Frage, dies hatte
nichts mit überlegter Lederpflege zu tun, aber das war uns in diesem Moment egal, denn die Heizung war nur lauwarm. Kein Wunder, denn zu dieser Jahreszeit waren wir in diesem Hotel die einzigen Gäste.
Am nächste Morgen dann die Überraschung. Es hatte geschneit. Die Schneefallgrenze
hatte sich auf 1.500m gesenkt und wie mit dem Lineal gezogen sah man entlang der Berge oberhalb dieser Linie alles weiß. Das Thermometer zeigte gerade mal 3°C als wir
aufbrachen. Der Himmel wolkenlos, stahlblau und kein Lüftchen.
Gefangen im Eis
Langsam fuhren wir den Paß hinauf, um dann vor dem Tunnel auf die alte Paßstraße abzubiegen. Wir kamen genau 2km weit. Aufgehalten
wurden wir von zwei in orange gekleidete Herren der Straßenwacht:”Rien ne vas plus, glace!” Was meinten die bloß?
Wir fuhren rechts heran, stiegen ab, und dann wußten wir es. Die Straße war total vereist
und die Herren in orange waren der Salzstreudienst. Also zurück, durchs Tunnel und den Paß von Süden her angegangen, denn auf dieser Seite schien die Sonne mit aller Macht.
Der Fahreindruck, der sich uns bot kann in Worten nicht wieder gegeben werden.
Strahlend blauer Himmel, keine Wolke, unendliche Fernsicht, kein Fahrzeug auf der Straße und um uns Felsen, Schnee und Eis. Kurz vor der Paßhöhe kam uns dann eine
BMW Enduro entgegen. Der Kollege ist auch vom Schnee überrascht worden und mußte im Hospiz nächtigen.
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