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Der Berninapass führt vom schweizer Oberengadin mit seinen Seen und St. Moritz hinüber nach Italien in’s Valtellina mit dem Endpunkt Tirano. Kurz nach der Passhöhe, auf der Südseite zweigt der Forcola di Livigno ab, der hinüber in das Tal von Livigno führt. Ein Zollfreibezirk, der früher einmal ein Schmugglertal war.
Der Bernina Pass beginnt im Norden in Pontresina und führt, breit ausgebaut und das ganze Jahr hindurch befahrbar, in leichten Kurven nach oben, immer begleitet von der Rhätischen Bahn. Die Rhätische Bahn befördert durch Lawinengalerien geschützt im Winter die Skifahrer auf den Pass und die unzähligen Skigebiete. Im Sommer winken einem die Japaner zu, speziell im unteren Teil wo die Bahn parallel der Strasse verläuft. Nach zirka vier Kilometer öffnet sich auf der rechten Seite ein imposanter Einschnitt und gibt den Blick auf den Morteratsch Gletscher frei, der von den beiden Eisriesen Piz Bernina (4.049m) und Piz Palü (3.905m) gespeist wird.
Die Strasse quert die Bahnlinie direkt nach einer Kurve und folgt dann den Schienen bis hinauf zum Hospiz. Sehr gut ausgebaut in langen Kurven führt sie durch ein Trogtal, flankiert von verschiedenen Seilbahnstationen. Die eigentliche Paßhöhe ist jedoch nicht am Hospiz. Die Berniapasshöhe befindet sich noch etwa 300m weiter oben. Hier oben am Lago Bianco hat man einen herrlichen Ausblick auf den Piz Palü im Südwesten und den Piz Laggalb (2.995m) im Nordosten. Diese Passhöhe ist am Wochenende auch ein beliebter Treffpunkt für Biker aus allen Nationen.
Gegen Norden wälzen sich mehrere Gletscher vom Piz Palü und vom Piz Varuna, deren hellgrünes Gletscherwasser im Lago Bianco endet. Wendet man den Blick in Richtung Osten, so ist bereits der Taleinschnitt des Forcola di Livigno zu erkennen mit der Paßstrasse hinüber nach Livigno. Der Blick nach Süden reicht weit in’s Val Poschiavo. Hier oben pfeift immer ein heftiger Wind, liegt das südliche Passende bereits in Tirano, dem sonnigen Italien. Das nördliche Ende liegt im Engadin und das ist immerhin 1.800m hoch.
Die Südrampe ist ebenfalls gut ausgebaut, etwas schmaler und mit vielen Serpentinen versehen. Sechs Kurven nach der Passhöhe zweigt links die Pass Strasse zum Forcola di Livigno ab. Danach taucht die Straße in die ersten Wälder. Dank des guten Straßenbelages läßt es sich sehr gut durch die weit gezogenen Kurven zirkeln. Dann tauchen die ersten Dörfer auf und man merkt sofort daß hier der italienische Einfluß zum tragen kommt. Weiter unterhalb passieren wir den Ort Poschiavo mit dem zugehörigen See, bevor der Grenzübergang nach Italien auftaucht. Kurz darauf ist Tirano erreicht.
Zwei Dinge sollte man auf der Südseite des Bernipasses nicht versäumen. Zum Einen den Lago Poschiavo, speziell im Herbst, und die Rhätische Bahn. Diese fährt in mehreren Orten direkt auf der Straße. Also nicht erschrecken, wenn hinter Euch plötzlich ein schriller Pfiff ertönt. Vorsicht ist auch bei Regen geboten, liegen die Schienen doch auf der Straße und man sollte vorsichtig in die Mitte der Gleise fahren. Etliche Warnschilder weisen die Motorradfahrer darauf hin.
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