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Der Passo Nigra, oder auch besser bekannt unter dem Namen Nigersattel, zählt zu den steilsten Alpenpässen, wenn er nicht sogar mit seinen 24% der steilste Alpenpass überhaupt ist. Aber Vorsicht, wenn man die Abfahrt in Blumau (Prato all’Isarco) verpasst, wird man auf der Neubaustrecke landen, und die ist breit ausgebaut und erlaubt einen herrlichen Blick in’s Tiersertal und hinüber nach Steinegg (ital. Collepietra). In Blumau weist ein kleiner Wegweiser nach Breien den Weg zur alten Passtrasse, die hier durch das ursprüngliche Tiersertal führt, und nach der berüchtigten 24% Steigung auf die neue gut ausgebaute Passtrasse einbiegt.
Die Strasse durch das Tiersertal ist recht schmal, eher zu vergleichen mit einem asphaltierten Wirtschaftsweg, denn einer Passtrasse. Sie windet sich am Talboden entlang dem kleine Flüsschen Brei folgend, eingerahmt von gigantischen Felswänden. Verkehr gibt es auf dieser Strasse so gut wie nicht und selten begegnen uns Menschen in den kleinen Dörfern durch die wir kommen.
Fährt man jedoch in Blumau weiter in Richtung Kastelruth und Völs und verfährt sich nicht vor dem Tunnel in Richtung Brenner, dann folgt man der Strasse an der rechten Talseite des Eisacktals hinauf in Richtung Seiser Alm. Es eröffnet sich ein herrlicher Blick hinab in’s Tal und auf die Brennerautobahn, die sich durch das enge Eisacktal versucht sich ihren Weg zu bahnen. Nach etwa 4km zweigt dann die neue Strasse zum Nigerpass rechts ab.
Folgte man der alten Paßstrasse, so erreicht man nach der berühmten Steigung, die Dank der vielen Spitzkehren nur im ersten Gang zu fahren ist, die neue Passtrasse. Auch hier hält sich der Verkehr im Tiersertal in Grenzen, wälzt er sich doch eher durch das Eggental über die grosse Dolomitenstrasse. Man passiert das Örtchen Tiers, und vor uns öffnet sich der Blick auf die Rosengartengruppe.
Die Sage erzählt, dass Laurin der Zwergenkönig hier trotz Tarnkappe durch Dietrich von Bern geschlagen wurde, und zum Trotz den Rosengarten, der bis dato schön rot leuchtete verfluchte. Der Rosengarten, eine Art Dolomitgestein, leuchtet daher nur noch in der Abenddämmerung, da Laurin das Leuchten für den Tag und die Nacht abstellte.
Kurz vor der Felsgruppe tauchen wir in einen Nadelwald ein, der die weitere Sicht auf Tal und Berge versperrt. Die Strasse windet sich gut ausgebaut in etlichen Kurven und Serpentinen hinauf zum Nigersattel. Kurz vor dem Sattel in einer Kurve befinden sich einige Restaurants im Wald, dann folgt unspektakulär der Passübergang, den man beinahe übersieht. Weiter geht es durch den Wald, bis nach ein paar Kilometern sich die Sicht auf die Latemar-Gruppe öffnet, die uns die restlichen Kilometer hinab zum Karerpass begleitet.
Der Niger Pass stösst dann auf die grosse Dolomitenstrasse, auf der es links in Richtung Cortina d’Ampezzo und weiter in die Berge, und rechts durch das Eggental hinab nach Bozen führt.
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