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Das Stilfser Joch, viel beschrieben als die “Königin der Alpenpässe”, stellt auch heute noch eine gewisse Herausforderung an Fahrer und Maschine. Zum Einen gibt es die immer noch sehr schmale Strassenabschnitte mit teils einspurigen Felstunnels, zum Anderen den nicht unerheblichen Höhenunterschied, welcher den Reisenden auf 2.700m hinauf führt. Hier oben ist die Luft schon etwas dünner, was speziell Vergasermotoren durch Leistungseinbruch zu spüren bekommen.
Von Bormio aus kommend schlängelt sich die Strasse das Valle del Braulio hinauf. Die Strecke weist etliche kleine Felsentunnel auf, die meistens feucht, glitschig und nur einspurig zu befahren sind. Es ist also Vorsicht geboten, zumal in den Tunnels auch noch Kurven sind. Zusätzlich zu beachten ist, dass natürlich das Stilfserjoch - Die Herausforderung - für alle Fahrradenthusiasten und Wohnmobilisten darstellt. Diese begegnen einem dann natürlich genau im Tunnel und das zumeist ohne Licht. Ist diese Hürde aber erst einmal geschafft, gibt es Serpentinen Spass pur bis die Hochebene auf 2.300m erreicht ist.
Wir sind jedoch noch nicht oben auf dem Pass angekommen. Dies war erst die Overture. Am Ende des Tales trifft man auf ein paar Häuser. Von hier zweigt der Umbrail Pass nach links ab, der zu zwei Drittel aus Schotter besteht und die Möglichkeit bietet entweder über den Ofenpass, den Reschenpass oder in’s Vinschgau hinein die Tour fortzusetzen.
Weiter geht es in engen Serpentinen bergauf, gute 400m bis zur Passhöhe. Selbst im Sommer bedeutet ein kurzer Regenschauer im Tal hier oben Schneefall. Oben angekommen findet der Reisende Tourismus pur. An Wochenenden findet selbst ein Biker vor lauter Bikes fast keinen Stellplatz mehr. Es lohnt sich aber dennoch sich dem Tourismus hinzugeben und die rote Bratwurst im Fladenbrot zu geniessen. Der Junge im Tiroler Gewand und dem Tirolerhut, der hier oben jedes Jahr geschäftstüchtig seine Würste mit Kraut und Fladenbrot an den Mann bringt spricht 4 Sprachen und ist ein wahres Verkaufsgenie.
Die Strasse hinab nach Prato ist die viel beschriebene Pass-Strasse mit den 45, oder waren es 43 Kehren. Egal. Kehre nach Kehre schraubt sich die Strasse am linken Berghang hinab nach Prato. Kurvenvergnügen pur, ausser an Wochenenden. Auf dieser Strecke bergab sieht man dann die Reste des Ortlergletschers. Als wir im Juli 2006 vom Vinschgau aus kommend über das Joch fuhren, war davon fast nichts mehr zu sehen.
Noch ein Tipp. Das Joch im Spätsommer befahren und nicht an Wochenenden. Man spart sich den Ärger mit den Wohnmobilen und meidet ein wenig den Massentourismus.
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